KI im globalen Maßstab: Wie Bosch Mobility über 60 Werke mit intelligenter Bestandsplanung für indirektes Material optimiert
Bosch Mobility ist der größte Unternehmensbereich der Bosch-Gruppe und einer der führenden Zulieferer der Automobilindustrie. Im Einklang mit der Vision des Bereichs – eine nachhaltige, sichere und begeisternde Mobilität technologisch mitzugestalten – setzt Bosch auch in der eigenen Produktion auf zukunftsweisende digitale Lösungen. Doch hinter den Kulissen der weltweiten Fertigung steht das Unternehmen täglich vor einer enormen logistischen Aufgabe: In den Werken müssen rund zwei Millionen verschiedene indirekte Materialien (wie Ersatzteile und Fertigungshilfsmittel für Maschinen) lückenlos verfügbar sein. Fehlende Teile gefährden den gesamten Produktionsablauf, während zu große Lagerbestände wertvolles Kapital binden.
Um diese feine Balance perfekt zu meistern, setzt Bosch Mobility auf eine innovative, KI-basierte Lösung: Inventory Intelligence der Unternehmenstochter Bosch Mobility Platforms & Solutions. Mittlerweile befindet sich die Lösung in über 60 Werken im Rollout mit dem Ziel, die Bestandsströme nachhaltig zu optimieren.
Herausforderung: Die Komplexität indirekter Materialien
Das Management von indirekten Materialien (auch MRO-Materialien genannt) unterscheidet sich stark von der direkten Produktionslogistik und stellt Planer vor zahlreiche Herausforderungen:
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Unregelmäßiger, geringer Bedarf: Der Verbrauch ist schwer kalkulierbar, da er meist von unvorhersehbaren Maschinenausfällen oder plötzlichen Wartungsspitzen getrieben wird.
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Fragmentierter Einkauf: Eine hohe Anzahl an unterschiedlichen Ersatzteilen und dementsprechend hohe Anzahl an Lieferanten führt zu unzähligen Bestellungen und erhöhtem administrativem Aufwand.
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Unberechenbare Lieferzeiten: Schwankungen in der Lieferkette und führen oft zu unberechenbaren Lieferfristen und können länger als geplant sein.
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Hohes Stillstandsrisiko: Fehlen kritische Ersatzteile an der Produktionslinie, droht ein möglicher Stillstand – ein kostspieliges Szenario.
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Grenzen klassischer Systeme: Standardmäßige MRP-Systeme (Material Requirements Planning) sind nicht auf Ersatzteile mit geringem Volumen und unregelmäßigem Bedarf ausgelegt.
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Bauchgefühl statt Daten: Dispositionsentscheidungen basierten in der Vergangenheit oft auf persönlichen Erfahrungswerten oder starren, manuellen Daumenregeln statt auf dynamischen Daten.
Die Lösung: KI-gestützte Bestandsplanung im täglichen Betrieb
Die von Bosch Mobility Platform & Solutions entwickelte Inventory Intelligence-Lösung bricht mit dem traditionellen, reaktiven Ansatz. Statt erst bei Engpässen zu reagieren, agieren die Werke heute datenbasiert und vorausschauend. Die KI-gestützte Software stützt sich auf drei zentrale, nahtlos in die täglichen Abläufe integrierte Säulen:
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Modul |
Funktionsweise |
Nutzen für die Disponenten |
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1. Lieferanten- & Lieferrisiko-Prognose |
Die KI berechnet keine starren Lieferzeiten, sondern prognostiziert dynamische Lieferzeit-Spannen und bewertet das Risiko offener Bestellungen. |
Disponenten erhalten proaktive Warnungen bei drohenden Lieferverzögerungen und können rechtzeitig gegensteuern, bevor ein Engpass entsteht. |
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2. Intelligente Verbrauchsprognose |
Historische Verbräuche, Materialstammdaten und geplante Wartungszyklen fließen in ein fortschrittliches KI-Modell ein. |
Das System liefert präzise, dynamische Empfehlungen für Sicherheitsbestände, optimale Bestellpunkte (Reorder Points / RoP), ideale Bestellmengen und Bestelltermine. |
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3. Actionable Insights via Power BI |
Ein zentrales Dashboard bereitet alle Daten verständlich auf und zeigt direkt Optimierungspotenziale (z.B. Senkung von Maximalbeständen). |
Disponenten prüfen die KI-Empfehlungen (inklusive Confidence Scores) und aktualisieren SAP direkt mit wenigen Klicks. |
Ergebnisse und messbare Erfolge
Die Implementierung von Inventory Intelligence beweist eindrucksvoll, dass sich Kosteneffizienz und maximale Anlagenverfügbarkeit nicht ausschließen:
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Skalierung im globalen Netzwerk: Mittlerweile befindet sich die Lösung im Rollout in über 60 Werken von Bosch Mobility.
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Millionen-schweres Einsparpotential: Die Einsparungen liegen bereits heute nach erfolgreicher Testphase bei 800k EUR. Das Gesamtpotential nach erfolgreicher Implementierung im Bereich Bosch Mobility liegt bei bis zu 16 Mio. EUR.
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Reduzierung von Überbeständen: Die KI-Modelle senken gezielt überschüssiges Lagerkapital, bei gleichzeitiger Erhöhung der Service-Level.
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Präzisere Beschaffung & weniger Notbestellungen: Durch die Kombination von exakteren Bedarfsprognosen und proaktiven Lieferrisiko-Warnungen gehören teure Eilbestellungen immer mehr der Vergangenheit an.
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Schnellere und konsistentere Entscheidungen: Anstelle von zeitaufwendigen manuellen Analysen stützen sich Planer auf transparente, KI-generierte Empfehlungen und können dadurch ihre SAP-Parameter mühelos aktuell halten.
Fazit & Ausblick: Bereit für die Lieferkette der Zukunft
Die Erfolgsgeschichte bei Bosch Mobility zeigt eindrucksvoll: Intelligentes Bestandsmanagement ist im modernen Produktionsumfeld kein Luxus, sondern ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. Durch den Einsatz von Inventory Intelligence hat Bosch bewiesen, dass der Spagat zwischen maximaler Lieferfähigkeit und minimaler Kapitalbindung durch den gezielten Einsatz von künstlicher Intelligenz machbar ist.
Die Reise ist hier noch nicht zu Ende: Während sich die Lösung bereits im Roll-out befindet mit dem Ziel, insgesamt 83 Werke anzubinden, wird der Algorithmus kontinuierlich weiterentwickelt, um künftig den Disponenten klar priorisierte Handlungsempfehlungen zu liefern.
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