Ein Monat barrierefreies Mautsystem: Erkenntnisse aus dem UER-II-MLFF-Korridor in Delhi
Das Mautsystem „Multi-Lane Free Flow“ (MLFF) an der Mautstelle Mundka-Bakkarwala auf der Strecke „Urban Extension Road-II“ (UER-II) in Delhi wurde am 11. Mai 2026 in Betrieb genommen. Einen Monat später liefert der Einsatz einen praktischen Beweis dafür, wie barrierefreies Mauterheben den Verkehr bei hohem Aufkommen unterstützen und gleichzeitig einen automatisierten, technologiegestützten Mautbetrieb in großem Maßstab ermöglichen kann.
Im ersten Betriebsmonat wurden auf der Strecke 1,6 Millionen Fahrzeugtransaktionen abgewickelt, was einem Durchschnitt von mehr als 53.500 Fahrzeugen pro Tag entspricht, wobei sich der Verkehr zu 80 % aus Personenkraftwagen und zu 20 % aus Schwerlastfahrzeugen zusammensetzte. Der ununterbrochene Fahrzeugfluss durch den Korridor hat schätzungsweise 144.702 Liter Kraftstoff eingespart und etwa 364 Tonnen CO₂-Emissionen vermieden.
Das Projekt wurde von Bosch Mobility Platform & Solutions in Zusammenarbeit mit der IDFC FIRST Bank unterstützt und von der Indian Highways Management Company Ltd. (IHMCL) im Auftrag des Ministeriums für Straßenverkehr und Autobahnen sowie der National Highways Authority of India (NHAI) in Auftrag gegeben.
Das barrierefreie System ermöglicht eine elektronische Mauterhebung, ohne dass Fahrzeuge an Mautschranken anhalten müssen. Es ersetzt herkömmliche Mautstellen mit Schranken durch eine digitale Mautzone, in der Mauttransaktionen in Echtzeit identifiziert, validiert und verarbeitet werden, während die Fahrzeuge mit Autobahngeschwindigkeit durchfahren.
Technologie hinter der Umsetzung
Um eine barrierefreie Mauterhebung bei Autobahngeschwindigkeit zu ermöglichen, müssen mehrere Technologien gleichzeitig zusammenwirken.
Die Implementierung in Mundka-Bakkarwala umfasst:
- 4D-Radar zur Fahrzeugerkennung und Geschwindigkeitsmessung
- 3D-LiDAR zur Fahrzeugprofilierung und -klassifizierung
- Kameras zur automatischen Kennzeichenerkennung (ANPR) für die Erkennung des vorderen und hinteren Kennzeichens
- RFID-Lesegeräte zur Erkennung und Validierung von FASTags
Das Herzstück der Lösung ist der Vehicle Correlation Service (VCS) von Bosch, eine Multisensor-Ereignisverarbeitungs-Engine, die die Daten dieser verschiedenen Technologien zu einem einzigen Fahrzeugdurchfahrtsdatensatz zusammenführt. Dieser integrierte Ansatz trägt dazu bei, dass Mautereignisse über mehrere Sensortechnologien hinweg genau identifiziert, korreliert und verarbeitet werden
Entwickelt für Genauigkeit und Skalierbarkeit
Der Standort Mundka umfasst 16 MLFF-fähige Fahrspuren, bestehend aus 12 aktiven Fahrspuren und 4 Reservefahrspuren, die für einen kontinuierlichen Mautbetrieb bei unterschiedlichem Verkehrsaufkommen ausgelegt sind.
Das System führt für jede Fahrzeugtransaktion einen digitalen Prüfpfad, wobei die durchgängige Ereignisverarbeitung in weniger als zwei Sekunden abgeschlossen ist. Dies ermöglicht die Ausführung von Maut- und Kontrollfunktionen über einen einheitlichen digitalen Workflow bei gleichzeitiger Gewährleistung der Rückverfolgbarkeit der Transaktionen.
Zu den in der Anfangsphase des Betriebs gemeldeten Leistungsindikatoren gehören:
- 99,6 % FASTag-Lesegenauigkeit
- 99 % ANPR-Genauigkeit
- 97,6 % Genauigkeit bei der Fahrzeugklassifizierung
- 99,5 % Genauigkeit bei der Fahrzeugzählung
Unterstützung der nächsten Phase der digitalen Autobahninfrastruktur
Da sich die Autobahnnetze weiter ausdehnen und das Verkehrsaufkommen zunimmt, wird erwartet, dass die barrierefreie Mauterhebung eine immer wichtigere Rolle bei der Ermöglichung eines effizienten Korridormanagements und der Unterstützung der Entwicklung der digitalen Autobahninfrastruktur spielen wird.
Die UER-II-Implementierung zeigt, wie technologiegetriebene Zusammenarbeit die Einführung digitaler Autobahninfrastruktur unterstützen und gleichzeitig automatisierte Mautabwicklung sowie eine bessere betriebliche Transparenz für Autobahnbetreiber ermöglichen kann.
Bosch Mobility Platform & Solutions konzentriert sich auf die Entwicklung und den Einsatz von Technologien, die betriebliche Effizienz, Nachhaltigkeit und kontinuierliche Weiterentwicklung der vernetzten Mobilitätsinfrastruktur unterstützen.